Stille finden

Vor kurzem habe ich über Orte der Stille geschrieben und dabei ging es mir darum, dass wir den Ort eigentlich in uns selbst finden müssen. Orte können und helfen, müssen es aber nicht. Die Stille finden… leicht gesagt.

Kurz nach dem genannten Artikel, saß ich eines Nachmittags mit meiner Tochter an einem einsamen Strandabschnitt auf Korfu. Eigentlich hatten wir meinem Mann und meinem Sohn hinterher schnorcheln wollen, aber meiner Tochter war zu kalt. Somit setzten wir uns in die Sonne an den Strand.

Um uns herum war kaum ein Mensch. Viele Meter zu jeder Seite und auch das Meer vor uns waren menschenleer. Es war nichts zu hören, außer das Plätschern der Wellen, die an den Kiesstrand rollten und das leise Gemurmel meiner Tochter, die im Kies-Sand-Gemisch spielte.

Eine ideale Situation, um Stille zu finden. Aber glaubst du, es gelang mir?
Meine Gedanken sausten hin und her. Meine neugierigen Gedanken zog mich zu den Felsen, bei denen die anderen schnorchelten. Ich fand keine Ruhe.

Ich weiß, dass ich mich ENTSPANNEN (!) und dann im JETZT und ganz BEI MIR sein muss, um Stille finden zu können. Dann könnte ich fühlen und spüren, wer und was ich bin, was ich will …

Warum fällt es mir so schwer? Was kann ich dagegen tun?

Nun, dass es im Alltag schwer fällt, Auszeiten zu nehmen und diese dann, ohne Gedanken an die noch anstehenden Aufgaben, auch entsprechend zu nutzen, ist sicher verständlich.
Eins der Themen, die eine berufstätige Mutter zu bewältigen lernen muss…

Aber warum ist die Nutzung eines solchen „Geschenks“ so schwierig?
Liegt es eben an der mangelnden Übung?
Oder vielleicht doch an der alltäglichen Gewohnheit, alles um uns herum mitbekommen wollen/müssen? So dass die Entspannung in einem solchen Moment nur schwer gelingt…?

Ich habe noch keine Antwort auf diese Fragen, doch ich werde es lösen. 😉

 

 

 

August 2017

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Ein Gedanke zu „Stille finden

  1. Hey Kathrin,

    ich möchte meine Erfahrungen mit Dir/Euch teilen.
    Durch meine Migräne habe ich gelernt ein Bewusstsein für mich und meinen Körper zu entwickeln…keine Frage…dafür habe ich viel üben müssen und es war mit Sicherheit nicht immer leicht.
    Ich habe durch die Migräne eine andere Lebensweise und Sichtweise erhalten und dafür bin ich tatsächlich sehr dankbar.
    Heute geht es mir im Bezug auf meine Migräne wieder wesentlich besser…ich habe eben gelernt wie ich damit umgehen muss und was ich zu tun habe um die Schmerzen und Migräne-Tage zu minimieren.

    Ich möchte natürlich jetzt nicht über das Thema Migräne sprechen…aber in der Kur habe ich (neue) Einblicke in die Meditation, Yoga und Thai Chi finden können… darauf hattest du am Ende deines Blogs „Orte der Stille“ ja bereits angespielt. In diesen Momenten der Ruhe habe ich gelernt, auf mich und meinen Körper, auf meine Gefühle und Gedanken, und auch mein Wohlbefinden im Allgemeinen zu achten.

    Heute…und darauf möchte ich hinaus…kann ich theoretisch an jedem Ort und zu (fast) jeder Zeit meine Ruhe finden! Und wie gesagt…das hat auf jeden Fall mit viel Übung zu tun…und es gelingt mir auch nicht immer.
    Ich habe bisher noch keine Kinder (das erste ist ja gerade auf dem Weg 🙂 ) … aber mir… und vor allem auch meinem Mann helfen die Tage, an denen wir uns eine Auszeit in der Sauna gönnen (und das in der Regel etwa alle 4 Wochen für mindestens einen Abend…aber wenn es zeitlich passt einen ganzen Tag).
    Und das ist in erster Linie tatsächlich ein „Ort der Stille“ … wo ich finde, dass man die Ruhe üben kann 🙂

    Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen…und eine andere Sichtweise und Perspektive erwecken 🙂

    Liebste Grüße
    Lisa

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